Volkskrankheit Diabetes

Rechtsinformation

Die hier dargestellten Informationen wurden nach bestem Wissen und mit größter Sorgfalt gefertigt. Jedoch kann dafür keine Haftung übernommen werden. Unsere Tipps über Ernährung und Bewegung ersetzen keine diätologische und/oder ärztliche Ernährungs- und Bewegungsberatung. Vor dem Beginn einer körperlichen Aktivität sollten Sie zu dem immer ärztlichen Rat einholen. Eine komplette Ernährungsumstellung sollten Sie mit dem Arzt besprechen, da es möglicherweise zu einer Anpassung der Therapieform kommt.

Diabetes mellitus

Diabetes mellitus, umgangssprachlich auch die Zuckerkrankheit genannt, hat sich mittlerweile zur Volkskrankheit Nummer 1 entwickelt. Die Österreichische Diabetes Gesellschaft geht von über 400.000 diagnostizierten Diabetikern aus, wobei es noch eine Dunkelziffer von circa 140.000 bis 215.000 nicht diagnostizierten Diabetikern gibt. Heutzutage gibt es viele Medikamente für den Typ 2 Diabetiker, um dessen Blutzucker wirksam und vor allem langfristig zu senken. Jedoch bilden Ernährung und Bewegung noch immer die Grundlage jeder Behandlung von Diabetikern, aber auch von Übergewichtigen.
Leider hat sich dies in unserer hochentwickelten Gesellschaft als eine echte Herausforderung herauskristallisiert. Durch den Fortschritt der Technik, kam es jedoch gleichzeitig auch zu einer Senkung unseres Energiebedarfs. Zur gleichen Zeit ist es unser aber immer leichter möglich, immer und fast überall energiereiche Nahrungsmittel zu uns zu nehmen. Die Folge ist eine ständige Gewichtszunahme gefolgt von Diabetes.
Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen zeigen, dass auch eine maßvolle Ernährung durchaus mit Spaß und Genuss zu kombinieren ist.

Die neue Volkskrankheit

Der Arzt  konnte bei Ihnen Diabetes Typ 2 feststellen? Damit sind Sie nicht alleine. In Österreich leben mittlerweile rund 600.000 Menschen, die an Diabetes leiden. 90% davon zählen zu den Typ 2 Diabetikern, vermutlich genau wie Sie. Da es eine wirklich ernstzunehmende Krankheit ist, müssen Sie auch die Hintergründe und Ursachen dieser Krankheit verstehen lernen.

Ich bin zuckerkrank. Was genau heißt das?

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Übersetzt man Diabetes mellitus wörtlich, so bedeutet es „honigsüßer Durchfluss“. Die bekanntesten Formen des Diabetes sind Typ 1 und Typ 2 Diabetes. In manchen älteren Generationen von Büchern wird der Typ 2 Diabetes auch noch gerne als "Altersdiabetes" gekennzeichnet.

Typ 1 Diabetes

Bei Typ 1 Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse meist überhaupt kein Insulin mehr. Daher ist hier eine Behandlung mit Insulin notwendig. Diese Form des Diabetes tritt jedoch sehr häufig bereits im Kindes- und Jugendalter auf.

Typ 2 Diabetes

Bei Typ-2 Diabetes, auch "Altersdiabetes" genannt, entsteht die Krankheit schleichend, meist über viele Jahre hinweg. Die Körperzellen können unempfindlich gegenüber dem Insulin werden. Hier spricht man von einer Insulinresistenz.  Oft kommt noch hinzu, dass die Insulinabgabe der Bauchspeicheldrüse oft nicht mehr einwandfrei funktioniert.  Schließlich kommt es soweit, dass die Bauchspeicheldrüse die Insulinproduktion komplett abschaltet. Hier kann jedoch noch die Handbremse gezogen werden. Häufig lässt sich durch eine Lebensstiländerung, insbesondere durch eine richtige Ernährung und genügend Bewegung, dieser Schritt aufhalten oder  zumindest verlangsamen.

Insulin sorgt dafür, dass Zucker in die Zelle gelangt.

Sicherlich haben Sie sich schon einmal gefragt, wie der Zucker eigentlich ins Blut gelangt? Ganz einfach: In unserem täglichen Essen stecken Zucker und Stärke. Diese wiederum werden durch verschiedenste Verdauungsvorgänge umgebaut. Es entsteht schlussendlich das Endprodukt Traubenzucker, der Ihnen vielleicht als Glukose ein Begriff ist. Die Glukose ist ein wichtiger Energielieferant für unser Gehirn, aber auch für die roten Blutkörperchen. Daher versucht der Körper autonom den Glukosegehalt des Blutes im Normbereich zu halten.

Nach dem Essen steigt der Blutzuckerspiegel oft am stärksten an. Damit er nicht zu stark ansteigt bzw. wieder auf ein normales Niveau sinkt, transportiert das Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird, die Glukose in Muskel- und Fettzellen. Bei Diabetes mellitus funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr zu 100%. Die Folge ist, es bleibt mehr Zucker im Blut als eigentlich benötigt wird.

Zuviel Zucker schadet unseren Organen?

Mit einem ständigen Zuckerüberschuss kommt unser Körper auf die Dauer nicht zurecht. Dadurch kann es bei Diabetiker zu den verschiedensten Folgeerkrankungen kommen. Die häufigsten Ursachen stellen Verengungen der großen und kleinen Blutgefäße dar.

Schlaganfall:

Es kommt zu Durchblutungsstörungen im Gehirn.

Diabetische Augenerkrankung:

Es kann zu einer Schädigung der Netzhaut kommen. Schlussendlich kann auch eine Erblindung die Folge sein.

Nierenschädigung:

Es kann zu einer Schädigung der Niere kommen, bis hin zum Nierenversagen mit Dialysepflicht.

Durchblutungsstörung in den Beinen

Periphere arterielle Verschlusskrankheit

Störungen des Nervensystems

Symptome sind Schmerzen, schlechte oder falsche Temperaturwahrnehmung oder Taubheitsgefühl.

Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems

Bei erhöhten Blutfetten kommt es bei Diabetikern zu einem 2-4x größeren Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung

Diabetischer Fuß

Durch Durchblutungsstörungen kann es zu unbemerkten Verletzungen an den Füßen kommen, die im schlimmsten Fall zur Amputation führen.

Gute Nachricht: Die Folgeerkrankungen können verhindert werden.

Erst wenn eine Lebensstiländerung und orale Antidiabetika nicht mehr zum erwünschten Therapieerfolg führen, wird es notwendig Insulin zu spritzen.

Überblick über die oralen Antidiabetiker

Biguanide(=Metformin):

Senkt die Glukoseproduktion in der Leber und verzögert zugleich auch die Glukoseaufnahme und unseren Darmzellen. Beide Wirkmechanismen senken unseren Blutzuckerspiegel.

SGLT-2 Inhibitoren:

SGLT-2 ist ein wichtiger Transporter, der dem Körper Salz und Zucker aus der Niere zurück führt. Wird dieser Transporter durch Medikamente gezielt gehemmt, so gelingt es, überschüssigen Zucker direkt über den Urin auszuscheiden und dadurch den Blutzucker zu senken.

GLP-1 Analoga:

Wird dem Körper durch Injektionen verabreicht. Dieses Hormon regt maßgeblich die Insulinfreisetzung aus der Bauchspeicheldrüse an, verlangsamt unsere Magenentleerung und sorgt dadurch für ein schnelleres Sättigungsgefühl des Körpers. Abgesehen davon, unterdrückt es die Glukoseproduktion in der Leber.

DPP-4 Hemmer

GLP-1 ist ein Hormon das leider sehr stabil ist. Schon nach geraumer Zeit, wird es durch ein Enzym wieder aufgelöst. DPP-4 Hemmer blockieren dieses Enzym und wirken dadurch Blutzucker senkend.

Sulfonylharnstoffe:

Sie sind in der Lage die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse anzuregen und das weitgehend unabhängig vom Blutzuckerspiegel. Können aber zu einer Unterzuckerung führen.

Glinide:

Erhöhen ebenso wie die Sulfonylharnstoffe, die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse.

Der Unterschied ist aber, dass Klinkte den Blutzuckerspiegel schneller und kurzzeitiger ansteigen lassen als die Sulfonylharnstoffe. Auch hier besteht die Gefahr der Unterzuckerung.

Alpha Glucosidasehemmer:

Hier wird die Aufnahme der Glukose aus dem Dünndarm ins Blut verzögert. Dadurch kann der Anstieg des Blutzuckers nach dem Essen verzögert werden.

Glitazone:

Ziel der Glitazone ist es, die verloren gegangene Insel-Empfindlichkeit der Leber- Muskel- und der Fettzellen wieder herzustellen. Dadurch können unseren Zellen wieder vermehrt Zucker aufnehmen, die Leber hingegen verringert ihre Glukoseproduktion. Beides senkt unseren Blutzuckerspiegel.

Insulin:

Wird einmal bis mehrmals am Tag gespritzt, ersatzweise statt dem körpereigenen Insulin. Wird vor den Mahlzeiten unter die Haut gespritzt. Durch eine zu hohe Dosierung, kann es zu einer Unterzuckerung kommen.

Als Diabetiker brauchen Sie keine spezielle Diät

Hochwertige Lebensmittel, regelmäßige Mahlzeiten und eine ausgewogene Ernährung, so lautet die Devise.

 

Essen Sie regelmäßig:

Unregelmäßige Nahrungsaufnahmen kann die innere Uhr aus dem Gleichgewicht bringen. Daraus folgt, dass bei den Mahlzeiten oft zu viel gegessen wird. Essen Sie daher immer regelmäßig, aber dafür kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt. Dadurch schwankt auch Ihr Blutzuckerspiegel weniger. Planen Sie z.B. drei Hauptmahlzeiten und zwei Snacks, in Absprache mit Ihrem Arzt oder Diätologen.

 

So planen Sie ihre Hauptmahlzeiten:

Obst und Gemüse.

Die Hälfte jeder Ihrer Hauptmahlzeit sollte aus Gemüse und/oder Obst bestehen. Versuchen Sie aber bitte mehr Gemüse als Obst zu essen.

Kohlehydrate:

Ein Viertel Ihrer Mahlzeit füllen Sie mit stärkehaltigen Lebensmittel aus. Dazu würden sich Lebensmittel wie Kartoffeln, Reis, Nudeln aber auch Getreide wie Dinkelreis oder Polenta eignen. Auch Brot, Getreideflocken oder Mais wären eine Option.

Eiweiß:

Das letzte Viertel Ihres Tellers decken Sie mit eiweißreichen Lebensmitteln wie fettarmes Fleisch, Meeresfrüchte, Fisch oder beispielsweise Schinken ab.

Auch die Snacks sind entscheidend:

Damit Sie nicht hungern müssen, gibt es zwischen Hauptmahlzeiten zwei Snacks. Versuchen Sie aber bitte, die Zwischenmahlzeiten bewusst klein zu halten. Hervorragend eignen würden sich hierzu:

  • fettarme Milchprodukte
  • eine Scheibe belegtes Brot
  • eine kleine Suppe
  • eine kleine Hand voller Nüsse oder Samen
  • Gemüse
  • Gemüsesticks
  • 1 Hand voll Obst
  • Obstsalat

 

Seien Sie klug bei der Getränkewahl. Vermeiden Sie die Kalorienfallen:

Jeder Erwachsene sollte mindestens 1,5 Liter am Tag trinken. Am besten eignen sich hierzu Mineralwasser und natürlich normales Wasser, aber auch ungezuckerte Früchte oder Kräutertees.

Vermeiden sie Limonaden, Dicksäfte oder deren gleichen.  Sie besitzen eine hohe Anzahl an Kalorien und können dadurch zu Übergewicht führen. Selbst Mineralwasser mit Geschmack kann eine richtige Zuckerfalle sein. Achten Sie daher immer auf die Nährwerte.

Praxisbeispiel

Nehmen wir dazu eine Limonade die per 100ml/50 kcal besitzt, um es zu vereinfachen. Das sind bei einem Liter täglich bereits 500 kcal extra, bei zwei Litern schon 1000 kcal. Be einem ungefähren Energiebedarf von 2000 kcal eines Erwachsenen würde das heißen, dass die Hälfte der Kalorienanzahl bereits durch die Limonade abgedeckt wurde. Isst die Person dazu auch nicht in normalen Mengen, ist eine Gewichtszunahme vorprogrammiert.

Es kommt oft vor, dass man Hunger und Durst verwechselt. Wenn Sie sich daher nur etwas hungrig fühlen, trinken Sie zuerst immer ein Glas Wasser bevor Sie etwas essen.

Bewegung ist der Schlüssel zum Erfolg:

Die Bewegung ist für Sie mindestens genauso wichtig, wie die ausgewogene Ernährung. Dabei heißt das für Sie nicht automatisch gleich schweißtreibenden Sport zu betreiben. Nein, jede Minute, die Sie nicht liegen oder sitzen, tut Ihrem Körper gut.

Die Alltagsbewegung kann jeder von uns steigern. Unter Alltagsbewegungen versteht man alle Arten von Bewegung, die wir im Alltag verrichten. Bei vielen Aufgaben kann man es sich selber leichter oder schwieriger machen. Viele bewegen sich kaum, da die meisten Erledigungen mit dem Auto gemacht werden. Egal, wie sportlich oder unsportlich jemand ist, man sollte zuerst versuchen, mehr Aktivität in den Alltag zu bringen.

Sie benötigen Ideen für Alltagsbewegungen? Die liefern wir Ihnen gerne:

  • Den Hund länger als üblich ausführen
  • Herumgehen beim Telefonieren
  • Kleine Besorgungen zu Fuß erledigen
  • Gartenarbeit verrichten
  • Spazierengehen
  • Eine Station früher aus den öffentlichen Verkehrsmittel aussteigen und den restlichen Weg zu Fuß weitergehen
  • Mit Kindern herumtoben

Sport bringt Ihnen viele Vorteile:

Durch Krafttraining oder Ausdauertraining nehmen Sie schneller ab, halten anschließend Ihr Gewicht viel leichter und werden zugleich auch noch beweglicher und kräftiger. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Körperzellen dadurch wieder empfindlicher gegenüber dem Insulin werden. Das heißt die Insulinresistenz nimmt ab.

Die Österreichische Diabetesgesellschaft empfiehlt:

Training an drei bis sieben Tagen die Woche, mit nicht mehr als zwei Tagen zwischen den Trainingstagen. Davon pro Woche:

  • mindestens 150min. moderates Ausdauertraining
  • mindestens 90min. intensives Ausdauertraining
  • zusätzlich 3 Mal Krafttraining aller großen Muskelgruppen

ACHTUNG: Fragen sie bitte zuerst Ihren Arzt, bevor sie mit einem Sportprogramm beginnen. Bei einigen Folgeerkrankungen sowie Behandlungsformen des Diabetes können bestimmte Sportarten sich als ungeeignet erweisen.

Unterzucker?

Vermeiden Sie eine Unterzuckerung:

Wenn Sie Ihre körperliche Aktivität steigern, dann gehen Sie bitte dabei Schritt für Schritt vor und hören Sie auf die Signale Ihres Körpers. Bei einigen Diabetes-Therapien kann ein zu anstrengendes Training zu einer Unterzuckerung führen. Hierbei fällt der Blutzuckerspiegel gefährlich weit ab. Symptome treten meist bei einem Blutzuckerwert unter 70mg/dl auf. Sie äußern sich von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Orientierungshilfen bei Hypoglykämie (Unterzuckerung):

1) Wenn Sie Anzeichen spüren, messen Sie Ihren Blutzuckerspiegel

2) Nehmen Sie 15-20 g Traubenzucker oder zuckerhaltige Lebensmittel zu sich. Das würde circa einem Esslöffel Honig, oder einem halben Glas Saft entsprechen. Eine Möglichkeit wäre auch zwei Esslöffel Rosinen oder eine zuckerhaltige Limonade zu konsumieren.

3) Messen Sie nach 15 min. Ihren Blutzucker erneut.

4) Ist Ihr Blutzuckerspiegel immer noch zu niedrig, essen Sie erneut 15-20 g Zucker.

5) Hat sich nun Ihr Blutzuckerspiegel normalisiert, essen Sie eine kleine Zwischenmahlzeit, wenn Sie Ihre nächste Mahlzeit in mehr als ein bis zwei Stunden geplant haben.